Nur wenige Menschen beschäftigen sich aktiv mit dem Thema «Veränderung». Dabei erkannte der griechische Philosoph Heraklit von Ephesos bereits um 500 vor Christus: «Nichts ist so beständig wie der Wandel». Aktives Handeln als Führungskraft ist der Schlüssel zum Erfolg.
Veränderungen betreffen uns alle kontinuierlich. Wir werden älter und erfahrener, unser Umfeld entwickelt sich und auch die Umwelt. Veränderungen sind allgegenwärtig und ein unabdingbarer Bestandteil unseres Lebens.
Was hält uns also ab, Veränderungen aktiv anzugehen, und was bringt uns dies?
Wir leben in einer Krisen-getriebenen Zeit. Kaum scheint eine überwunden, steht die nächste bereits vor der Tür – Bankenkrise, Flüchtlingskrise, Umweltkrise, Energiekrise. Gleichzeitig nimmt der technologische Fortschritt an Fahrt auf – Cloud Technology, Smartphones, Machine Learning, Künstliche Intelligenz.
Veränderungen bringen emotionale Herausforderungen. Es entsteht Verunsicherung, die sich privat und im Arbeitsumfeld verstärkt bemerkbar macht. Beschäftigen wir uns nicht aktiv mit Veränderungen, riskieren wir, dass uns unsere Emotionen übermannen. Folgen sind Stress, Aggression und im schlimmsten Fall Krankheiten wie Angststörungen und Burnouts.
Veränderungen finden im Jetzt statt. Es sind die Folgen der heute (nicht-)gefällten Entscheidungen und unseres aktuellen Verhaltens, die unser Morgen prägen. Erst wenn wir uns dies täglich vor Augen führen, haben wir die Möglichkeit, unsere Zukunft bewusst zu gestalten.
Gleichzeitig ist ein Bewusstsein über das Verhältnis und Gegenspiel von Veränderungen und Beständigkeit hilfreich, um mit den emotionalen Herausforderungen kontinuierlichen Wandels gewinnbringend umzugehen.
Das Managen von Veränderungen heisst gleichzeitig auch managen von Beschleunigung
Ständig kommen neue Veränderungen auf uns zu. Ein Blick in die Vergangenheit lässt den Schluss zu, dass sich die Häufigkeit der Veränderungen in den letzten Jahren stetig erhöht hat.
Die daraus resultierenden Fortschritte, wie beispielsweise in der Digitalisierung, der Medizin etc. sind fantastisch. Gleichzeitig führt die beschleunigte Veränderung bei Menschen auch zu einem erhöhten Bedürfnis nach Sicherheit, Beständigkeit, Verbindlichkeit und Kontinuität.
So sehen wir uns der Frage gegenüber, wie managen wir Veränderungen und ihr beschleunigtes Auftreten? Als Führungskräfte liegt es an uns, Veränderungen aktiv zu begegnen.
Müssen wir uns wirklich jeden Tag neu erfinden?
Wenn der Mensch sich überfordert fühlt, sucht er Stabilität, Beständigkeit, Vertrautes. Allerdings ist Widerstand nicht gleich Widerstandsfähigkeit. Geht man unbewusst mit diesem Bedürfnis um, sind unsere Entscheidungen unbewusst und beinhalten das Risiko der Immobilität.
Statt, dass wir uns in die gewünschte Richtung bewegen, verfangen wir uns in gewohnten und vertrauten Routinen. Wir geben uns der Illusion hin, uns den unausweichlichen Veränderungen entziehen zu können. Stattdessen spielen wir uns Schritt für Schritt ins Aus. Sich jedoch jeden Tag neu zu erfinden, ist enorm anstrengend und vermutlich irgendwann auch unglaubwürdig. Wie geht es dann vorwärts?
Wir können ein Bewusstsein für Veränderungen und Stabilität schaffen und Veränderungskompetenzen trainieren. Ein Veränderungsbewusstsein erweitert unseren Horizont auf einen erfolgreichen Umgang mit Veränderungen und Umbrüchen. Doch wie funktioniert das? Vier «Schritte» unterstützen uns dabei unser Veränderungsbewusstsein zu schärfen und unsere Veränderungskompetenz zu festigen.
Schritt 1: Die Wahrnehmung von Veränderungen
Es ist wichtig, dass wir Wahrnehmungsmuster erkennen. Wir reagieren nicht direkt auf die Wahrnehmung selbst, sondern zwischen Wahrnehmung und Reaktion liegt ein Filter: unsere Interpretation, unsere Meinung oder unsere Bewertung und Empfindung. Wenn wir uns dessen bewusst sind, lässt sich vieles anders erklären.
Im Projektgeschäft sind kurzfristige Änderungen völlig normal. In einem industriellen Produktionsprozess führen diese kurzfristigen Änderungen zu enormen Herausforderungen und lassen sich meist nicht so schnell und einfach umsetzen.
So kann es beispielsweise in einem produzierenden Unternehmen immer wieder zu Fehlern, Missverständnissen, Krisen zwischen Projekt- und Produktionsteam kommen. Solche Situationen bzw. die Wahrnehmung dieser folgen Mustern und sind vorhersehbar. Somit können wir solche Abstimmungsproblematiken frühzeitig wahrnehmen und Strategien zum Umgang mit diesen entwickeln.
Als Führungskraft bewahren wir in solchen Situationen einen kühlen Kopf, auch wenn dies nicht immer einfach ist. Trotzdem ist es gewinnbringender die Situation als Chance zur Verbesserung zu nutzen. Essenziell ist, dass wir uns fragen, was wir nun proaktiv in Angriff nehmen können, damit die Veränderung wie gewünscht kommt.
Wir antizipieren somit die Ängste der Mitarbeitenden und begegnen diesen mit Sicherheit. Wir ermitteln Bereiche, die unverändert bleiben und somit Stabilität im Wandel liefern. Stellen Sie sich diesen Fragen beispielsweise in Führungsgremien und bereiten Sie Antworten auf diese vor.